236 Gedanken: Anonymität im Netz

1. Mai 2010

Hallo liebe eL-Tut-Webler,

anonymBeim Surfen im Internet bin ich kürzlich auf ein Interview mit dem in den USA wohl sehr bekannten Journalisten und Blogger Jeff Jarvis (Autor des Buches: Was würde Google tun) gestoßen.

Neben interessanten Aussagen bezüglich des Potentials von Blogs und Bloggern und dem bevorstehenden Wandel von (Online-)Journalismus, kommt auch das Thema Datenschutz und der Wunsch nach Anonymität im Internet zur Sprache. Dabei sieht Jarvis vor allem den zweiten Punkt als typisch deutsches Problem (?) an. Die deutsche Seele sei nicht zuletzt durch Nationalsozialismus und die Stasi sehr zurückhaltend mit öffentlichen Meinungsäußerungen und bevorzugt seine Meinung zu sensiblen Themen nur im kleinen Kreis der Familie zu bekunden.

Und wenn ich mich in meinem Freundeskreis umschaue, scheint dass sogar zu stimmen: Viele geben ihre Profile in Facebook & Co. Nicht für die Öffentlichkeit frei, manche sind sogar (so wie ich ) nicht unter ihrem richtigen Namen zu finden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einige wollen nicht von Arbeitskollegen oder Klienten gefunden werden und andere haben Angst vor Datenmissbrauch. Ich habe auf Facebook keinerlei persönliche Informationen veröffentlicht: Keine Fotos, kein Profilbild, keine Kommunikationsdaten und kein Geburtstag. Warum? Ich habe zum online-spielen viele „Freunde“, die ich ja gar nicht kenne, und man weiß ja nie…es könnte ja ein Stalker oder ähnliches darunter sein…

Anderseits lese ich gerne die Statusmeldungen von „echten“ Freunden und freue mich, so etwas mehr von ihrem Alltag mitzubekommen oder sehe mir Fotos des letzten Geburtstages, Ausflugs, etc. an. Wären alle so wie ich, würde soziale Netzwerke wahrscheinlich nicht funktionieren beziehungswiese ziemlich unnütz sein. Um mich also auch einmal stärker zu beteiligen, habe ich mich entschlossen in dieser Kolumne ausnahmsweise private Bilder zu teilen…allerdings doch lieber anonym, denn man weiß ja nie wo man sie wiederfindet .

Wie findet ihr die Aussagen von Jeff Jarvis und seid ihr im Netz auch lieber anonym unterwegs?

Öffentlich Grüße,

Sarah

P.S. Hier noch ein weiterer Link zu einem Artikel, der sich mit neuen Onlinediensten beschäftigt, die sich der Nachlassverwaltung von E-Mailkonten, Passwörtern, etc. angenommen haben. Es scheint, als würde die Anonymität mit dem Tod enden…was ich doch sehr befremdlich finde.

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One Response to 236 Gedanken: Anonymität im Netz

  1. eL-Tut-Web sagt:

    Der 31. Mai wurde zum Quit Facebook Day ausgerufen und der Stern schreibt darüber:
    http://www.stern.de/digital/online/abschied-aus-dem-sozialen-netz-lebe-wohl-facebook-1570479.html

    In dieser Kolumne (offener Brief? Kommentar?) tragen sie noch einmal alle ihre Beiträge aus den letzten Monaten zu Facebook & Co zusammen.

    Eine analoge Zusammenstellung des Spiegel findet sich hier:
    http://www.spiegel.de/thema/facebook/

    Dort findet sich z.B. auch eine ‚Anleitung‘, wie auf Facebook mit den neuen Einstellungen umzugehen sei.

    Und schließlich hier das Original:
    http://www.quitfacebookday.com/

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