236 Gedanken: Dabei sein ist nicht alles – Museen auf neuen Wegen im Internet

Hallo ihr Lieben,

wieder beginnt ein neuer Monat, und der September steht vor der Tür. Nachdem bei mir gestern die Abgabe der letzten Seminararbeiten anstand, bleibt mir endlich mal wieder Zeit zurückzublicken und mich zu sammeln. So trifft es sich gut, dass ich heute für eine neue Kolumne unserer 236 Gedanken zuständig bin. Bereits Ende Juli war ich auf einer Fachkonferenz in Wiesbaden des Hessischen Museumsbundes an deren Inhalten und Erfahrungen ich Euch eigentlich schon früher teilhaben lassen wollte, aber besser spät als nie 😉

Mit dem Motto „Dabei sein ist nicht alles“ – Museen auf neuen Wegen im Internet“ lud Ende Juni der Hessische Museumbund zur alljährlichen Fachkonferenz ins Museum Wiesbaden ein.

Der Morgen war Überblicksvorträgen von Thilo Martini und Sebastian Hartmann gewidmet, die Möglichkeiten des Web 2.o für die Museen anhand vieler eindringlicher Beispiele aus der Museumspraxis vorstellten. Auch wenn beide Sprecher die These des Tages nicht explizit aufgriffen lag durch ihre überschwengliche Motivation und Begeisterung für diese neuen Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit von Museen und der Thematisierung eines ständigen Aufmerksamkeitsgerangels bei einer heutigen Generation, welche – bevor sie irgendwo hinfährt – im Internet nach Informationen sucht, wohl eher die Antwort auf der Zunge: Dabeisein ist doch alles!
Dabei sind Webpräsenzen von Museen noch äußerst jung. Hans Dieter Huber untersuchte diese Frage beispielsweise im Hinblick auf die Kunstmuseen, siehe hier.

Möglichkeiten des E-Learning , wie ich gehofft hatte, wurden leider gar nicht näher erläutert, allerdings waren die beiden nachfolgenden Beiträge am Nachmittag im Hinblick auf die Präsentation von Inhalten äußerst interessant.

Den Anfang der Berichte von Praxisbeispielen, welche den Nachmittag der Fachkonferenz füllten, machte Katja Kosubek mit einem wahrhaftig einzigartigen Projekt, dem bisher einzigen virtuellen historischem Stadtmuseum Deutschlands. Seit März 2010 können hier MuseumsbesucherInnen per Mausklick auf Entdeckungstour in den sich im Aufbau befindenden Museums bzw. ZeitRäumen bewegen, die nach und nach eröffnet werden. Das besonders pfiffige an dieser Präsenation liegt hierbei darin, den virtuellen Raum als realen Raum zu begreifen. So beheimatet nun ein abgerissenes Herrenhaus der Stadt, das Museum im virtuellen Raum. Schaut es Euch mal an! ( haller-zeitraeume.de)

Und auch der Aufbau der sehr speziellen Datenbank des nächsten Vortrags zeigte eine ebenfalls außergewöhnliche Partizipation der Bevölkerung mit den gesammelten Objekten. Während im Haller Stadtmuseum, große Weltgeschichte anhand von persönlichen Gegenständen thematisiert wird, wurde im Projekt „Wir waren so frei“ von der Deutschen Kinemathek und der Bundeszentrale für politische Bildung „Momentaufnahmen 1989/1990“ der anderen Art gesucht.

Dem Aufruf nach Zusendung persönlichen Fotos und Videos dieser Umbruchszeit, folgten Tausende, so dass in der realisierten Datenbank 105 Videos und 6872 Fotos bereitgestellt werden und „einen anderen Blick auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West“ werfen lassen. ( wir-waren-so-frei.de)

Beide Projekte sind leider noch dem Web 1.0 verhaftet. Eine Partizipation der Bevölkerung ist allein durch die Bereitstellung und Zusendung der Objekte, die dann professionel digitalisiert und zurückgesandt werden, aber nicht in der realisierten Webpräsenz möglich. Hier gäbe es ein großes Potenzial im Sinne des „MitmachWebs“. Auch Lerneinheiten, die auf solche historischen Materialsammlungen fußen, bieten eine enorme Möglichkeit.

Schaut Euch die Webseiten mal an, vor allem die HallerZeiträume haben es mir angetan

Liebe Grüße
Kerstin

PS: Übrigens erreicht Euch dieser Beitrag wieder mal aus Österreich, die zeit- und Ortunabhängigkeit des Internets kennt keine Grenzen. Viele Grüße nach Heidelberg und der Rest der Welt. Danke Sarah für das Einpflegen in WordPress!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: