236 Gedanken: Digital Outsiders

Hallo ihr Lieben,

leider etwas später als gewohnt – obwohl das Schaltjahr einen Tag mehr Zeit geboten hat (warum übrigens doch nicht alle vier Jahre ein Schaltjahr ist, erfahrt ihr hier) – erscheint mit kleiner Verzögerung die nächste Kolumne aus der Reihe 236 Gedanken.
Auf der Suche nach Informationen über den künftigen Bundespräsidenten war ich überrascht festzustellen, dass Herr Gauck sich auch explizit zum Thema Internet(nutzung) äußert – in Form von 7 Thesen, welche er als Schirmherr des DIVSI kürzlich (mit) formuliert hat. Das DIVSI – Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet – hat im letzten Jahr seine Arbeit aufgenommen. Gegründet wurde es von der Deutschen Post, für die die Frage, wie sensible Daten im Internet geschützt werden können – und ob die Kunden auf diesen Schutz vertrauen – ja nicht zuletzt auch eine wirtschaftliche Bedeutung hat.

Vor allem zu der Frage, wie sicher sich Internetnutzer im Netz fühlen, hat die Stiftung eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben (Lang– und Kurzfassung). Dazu werden dort prinzipiell drei verschiedene Typen von Internetnutzern unterschieden: die Digital Outsiders, die Digital Immigrants und die Digital Natives. Die Digital Outsiders – also jene die das Internet entweder gar nicht, oder nur selten mit Unterstützung nutzen, machen laut der Studie etwa 40% der Bevölkerung aus. Dieser Anteil klingt erst mal unerwartet hoch – erklärt sich aber dadurch, dass eben nicht nur „Offliner“ dazu gerechnet werden, sondern auch unsichere, unselbstständige Nutzer. Und dazu gehören wohl mehr Menschen, als man zuerst denken würde. Bewusst wurde mir das heute, als meine Mama mir enttäuscht mitgeteilt hat, dass auf Facebook (dort habe ich sie letzte Woche angemeldet und ihr einen Crashkurs gegeben) ihr niemand geantwortet hätte, obwohl sie doch eine Nachricht losgeschickt hat (…sie hatte ein Foto kommentiert – und auch Reaktion erhalten…nur wusste sie nicht wo und wie sie das sehen kann).

>Die drei obengenannten Typen werden in der Studie dann weiter mithilfe des Milieuansatzes differenziert und hinsichtlich Ihres Bedürfnisses an Sicherheit im Internet – und der Frage wer für diese Sicherheit die Verantwortung trägt untersucht. Zudem werden auch Empfehlungen gegeben, zu welchen Themen die unterschiedlichen Milieus bzw. ihre Angehörigen Informations-/Aufklärungsbedarf haben.

Die interessanteste Frage – deren Beantwortung äußerst schwierig sein dürfte – ist meiner Meinung nach inwieweit der Staat die Freiheit im Netz einschränken soll (oder muss?) um die Rechte anderer zu wahren und das Sicherheitsbedürfnis – vor allem der Digital Outsiders – zu befriedigen. Herrn Gauck zu Folge, scheint das Internet jedenfalls zweierlei zu sein: „Kulturleistung der Menschheit von historischer Bedeutung“ (siehe 7 Thesen) sowie eine Bedrohung der Grundrecht (siehe Vorwort der Studie).

Viele Grüße,
Sarah

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