236 Gedanken: Twitter, im Auf- oder Abwind?

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Twitter wird in der deutschen Hochschullehre wenig beachtet.

Seit meinem Wechsel aus dem öffentlichen Dienst von einer Hochschule im Südwesten Deutschlands in die Wirtschaft ist es für mich an der didaktischen Front ruhiger geworden. Lernte ich im Arbeitsalltag mit dem Didaktikzentrum quasi „en passant“ neue Methoden und Bemühungen kennen, um den Studierenden und Lehrenden die Wissensvermittlung auf elektronischem Wege zu verbessern, so muss ich nun inne halten, und gezielte Blicke nach rechts und links werfen, um halbwegs auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Vor Kurzem hat das virtuelle „Centre for Learning & Performance Technologies“ um Jane Hart die jährliche Listung der „Top 100 Tools for Learning“ heraus gegeben, und mich zum nachdenken gebracht. Erneut ist Twitter zum fünften Mal als unangefochtener Spitzenreiter gekürt worden, doch in mir regten sich Zweifel, ob dies auch für die deutsche Hochschullandschaft gilt. Sieht man genauer hin, so stammen die meisten Umfrageergebnisse aus den USA (34%), gefolgt von den UK (18%) und Deutschland (6%), so dass ich hier durchaus von einem gewissen Einfluss unseres Bildungssystems sprechen können sollte, zumal die größte Berufsgruppe unter den Einsendern Hochschuldozierende waren (17%). Dennoch sind mir seit 2009 nur sehr wenige Dozierende begegnet, welche eine Lehr- und Lernplattform à la Moodle oder ILIAS selten zu mehr als nur einer Dateiablageplattform machten.

Auf der LEARNTEC 2013 vernahm ich aber auch kritische Töne während eines Vortrags über multimediale Lehrtools und dass die Twitternutzung im Lehrkontext in Deutschland sehr abgenommen habe. Meine Erfahrungen an drei Hochschulen seit 2009 stoßen in dasselbe Horn; Twitter war an keiner dieser Hochschulen als offizielles Medium oder in der Lehre verbreitet, auch wenn es erste Ansätze in einer PR-Abteilung, im Seminar über Statistik oder in der Vorlesung Wissensmanagement gab.

Daher sehe ich die „Top 100 Tools for Learning“ weiterhin gerne als eine wichtige Quelle für Tools zum Lernen an, jedoch rücke ich vom Gedanken ab, dass es sich hierbei um eine Art von repräsentativer Umfrage über in Deutschland eingesetzte Tools an. Nun stelle ich mir allerdings die Frage, welchen Indikator ich nun hierfür zu Hilfe ziehen könnte.

Nachdenkliche Grüße

Florian

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