236 Gedanken: Digitale Inhalte werden genau so schnell erfasst wie am Papier

Beim Stöbern im Internet bin ich letzte Woche auf einen Artikel gestoßen mit dem Titel „eLearning: Digitale Inhalte werden genau so schnell erfasst wie am Papier“.

In diesem Artikel werden die Ergebnisse einer  neurowissenschaftlichen Studie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz beschrieben, die auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert wurde.

„Bei der Untersuchung wurde weltweit zum ersten Mal das Lesen auf verschiedenen Oberflächen, in einer alters- und geschlechtsbalancierten Stichprobe analysiert. Dafür haben die Probanden verschiedene Texte unterschiedlicher Komplexität vorgelegt bekommen. Als Medien zum Lesen des Textes kamen ein E-Book-Reader (Kindle 3), ein Tablet-PC (iPad) und Papier zum Einsatz. Mit einer kombinierten Messung der Augenbewegung und der Hirnaktivität (EEG) wurde das Leseverhalten und die neuronale Verarbeitungsleistung gemessen. Dabei wurden Leseverhalten und -strategien, Textverständnis, „Behaltensleistung“ und Erinnerungsvermögen untersucht, sowie die persönlichen Präferenzen der Propanden zu den jeweiligen Medien erfragt.

Die Ergebnisse sind überraschend: … „

Der Beitrag stammt aus dem Jahr 2011 und für mich waren die Ergebnisse selbst 4,5 Jahre später überraschend.

„Das Lesen auf Tablet PCs liefert einen nicht bewusst wahrnehmbaren Vorteil gegen eInk-Readern oder der Papierseite, so dass Informationen leichter verarbeitet wurden. Während sich bei jüngeren Probanden keine Leseunterschiede zwischen den drei Medien gezeigt haben, konnten Ältere am Tablet-PC sogar schneller lesen.“

Ich war doch sehr skeptisch, weil ich das klare Statement im nächsten Abschnitt: „Mit der Studie können wir die verbreitete Meinung, das Lesen am Bildschirm habe nachteilige Effekte, wissenschaftlich fundiert entkräften“ nicht erwartet hätte. Wenn ich auf meine Erfahrungen zurückblicke, kann ich zwar am Tablet und eBook Reader deutlich schneller lesen, allerdings verführt das „Wischen“ auf diesen Touchpad sehr dazu, manche Seiten nur zu überfliegen. Ob schneller lesen, mit schneller verarbeiten bzw. „lernen“ gleichzusetzen ist, stelle ich doch sehr in Frage.

Unter dem Artikel fand ich dann gleich die Verlinkung zu einem anderen Artikel, der sich mit dem gleichen Thema befasste und wie ich dann las, diese Studie kritisch hinterfragt.

In dem Artikel werden die Faktoren beschrieben, aus denen in der Studie Rückschlüsse gezogen werden, außerdem wird die Stichprobengröße kritisiert etc.

Wie sind eure Erfahrungen mit Lernen am Tablet, eBook Reader oder dem „normalen“ Buch?

PS: Die Verzögerung tut mir leid, das passiert wenn man etwas nur für sich sichtbar veröffentlicht und zu spät feststellt, dass Ihr den Artikel ja noch gar nicht lesen könnt.

Herzliche Grüße aus dem verregneten Bad Homburg

Kerstin

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